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VANDERSANDEN

23. November 2021

Es gibt Unternehmen, die nicht nur große Pläne haben, sondern Dinge wirklich zu Ende denken. Einer der größten Ziegelhersteller Europas geht diesen besonderen Weg.

 

Alles bei Vandersanden dreht sich um die wohl wichtigste Strategie der kommenden Jahrzehnte: Nachhaltigkeit. Diese soll sich dabei allerdings nicht ausschließlich im Produkt selbst widerspiegeln, sondern vor allem auch im gesamten Weg dahin.

 

Neben den Handform-Ziegeln, die mit ihrer strukturierten Oberfläche vor allem in Belgien und in den Niederlanden sehr beliebt sind, und den Strangpress-Klinkern, die gerne in Deutschland eingesetzt werden, sind es die Wasserstrich-Ziegeln, die an Attraktivität gewinnen. Die Ziegel im Wasserstrichverfahren werden mit einem Stempel durch eine Schablone im richtigen Format gepresst und gehen auf einem Fließband in die Brennkammer.

 

 

 

Neu ist, dass die Wasserstrichriemchen mit der optisch reizvollen Strukturoberfläche jetzt auch als Eco-Riemchen in den klassischen deutschen Ziegelformaten hergestellt werden können. Das Besondere daran ist, dass diese neue Riemchenkategorie 70 Prozent weniger Rohstoffverbrauch und 50 Prozent weniger Energieverbrauch sowie ein völlig abfallfreies Produkt ist. Alles, was nach dem Pressen übrigbleibt, geht wieder in den Produktionsprozess zurück. Auch das Wasser wird gesammelt, rückgeführt und in einem Kreislauf wiederverwendet.

 


Auf dem Fließband kommen die Riemchen in den Ofen zum Brennen. 


Seit kurzem erobern neue Formate, die exklusiv für den deutschen Markt geschaffen wurden, und neue Farben die Welt der Architektur. Hier sticht besonders die Oberflächenstruktur hervor, die dem Material eine faszinierende Lebendigkeit entlockt. Die Riemchen können auf zwei verschiedene Arten eingesetzt werden: Zum einen können sie verfugt und mit dem Hintergrund verbunden werden, zum anderen können sie mit einem Zwischenraum von nur zwei Millimetern fugenlos verarbeitet werden – eine Variante, die vor allem in Belgien sehr beliebt ist. Damit schaffen diese Möglichkeiten und Varianten Architekten einen breiten Spielraum für die äußere, aber auch für die innere Gestaltung eines Gebäudes. Ähnlich einem Mosaik lassen sich die Riemchen sehr einfach und in jeder Konstellation miteinander kombinieren.

 


Die Farbe der Riemchen ergibt sich einerseits aus der Färbung des Tons, aber auch durch den Brennprozess und die optional hinzugefügten Mineralien.

 

Für die Wasserriemchen, aber auch die Handform- und die Strangpress-Ziegel kommen verschiedene Tonsorten zum Einsatz – je nach Ursprung wird die Tönung beispielsweise rot, hellgrau oder gelb, dazu kann auch der Brennprozess so optimiert werden, dass verschiedene Farbtöne herausgearbeitet werden. Eine weitere Option ist die Beimischung von Mineralien, die vor dem Brennen hinzugegeben werden und auf der Oberfläche die unterschiedlichsten Farbnuancen erzeugen.

 


Die Wasserstrich-Riemchen werden – bereits im endgültigen Format - mit einem Stempel durch eine Art Schablone gepresst.

 

In den kommenden zwei Jahren stehen zwei große Projekte an, die das Streben Vandersandens, den Markt zu begeistern und gleichzeitig umweltverträglich zu produzieren, einmal mehr unterstreichen. Im familiengeführten Unternehmen investiert man viel Zeit, um zu forschen, zu evaluieren und zu optimieren, um innovative Prozesse bis ins letzte Detail im Sinne der Nachhaltigkeit zu entwickeln.

 

Um noch schmalere Riemchen produzieren zu können, die etwas leichter sind als die aktuellen Versionen, wird ein neues Werk gebaut, wo die Riemchen mit hydraulischer Presse gepresst werden und nur noch acht bis zehn Millimeter Dicke haben. Das Gute ist, dass die Riemchen nicht mehr in einem mit Gas beheizten, sondern in einem elektrisch betriebenen Rollerofen gebrannt werden. Die Energie dafür wird von einem eigenen Windenergieturm selbst produziert. Das Werk ist bereits in Bau und wird in 2023 fertig gestellt sein.

 


Für den deutschen Markt erarbeitete Vandersanden eine exklusive Palette von attraktiven Farben und Formaten. 

 

Vandersanden arbeitet parallel an einem komplett neuen Produkt. Die neuen Ziegel werden aus Resten aus der Stahlindustrie produziert. Man hat herausgefunden, dass die Stahlschlacke durch chemische Reaktion mit CO2 aushärten. Gemeinsam mit einem belgischen Unternehmen hat Vandersanden ein Patent weiterentwickelt, bei dem Fassadenziegel aus Schlacke derart hergestellt werden, indem in speziellen Kammern CO2 in die Ziegel reingepresst wird. Die Ziegel härten dadurch aus und nehmen auch nach der Produktion immer noch CO2 aus der Luft auf. So kann ein Einfamilienhaus aus diesen Ziegeln - einem vergleichbaren Haus mit drei Tonnen CO2 Ausstoß gegenübergestellt - fünf Tonnen CO2 zusätzlich aufnehmen. Das macht einen satten Unterschied von acht Tonnen CO2.

 

Für die Produktion der so genannten „Carb-Stones“ wird direkt neben dem bestehenden Werk für keramische Ziegel ein zweites errichtet, das zwischen 35 und 50 Millionen Fassadenziegel herstellen soll. Schon 2022 wird ein erstes Pilotprojekt mit den CO2-negativen Fassadenziegeln errichtet, 2023 sollen die Ziegel dann am Markt erhältlich sein. Vandersanden ist es wichtig, dass die Preise dafür sind nicht höher als jene für normale Ziegel, denn nachhaltiger darf keinesfalls teurer sein, um Anreize zu schaffen, in innovative Produkte zu investieren, damit nicht am Ende dann doch zum Billigeren gegriffen wird.

 


Bei Vandersanden ist nicht nur die Schablonenscheibe rund: Die gesamte Produktion ist ein geschlossener Kreislauf, bei dem nichts verloren geht.

 

Das neue Werk wird letztendlich das eigene CO2 aus dem keramischen Werk für die Carb-Stones wiederverwenden, um den Kreislauf neutral zu schließen. Die Carb-Stones werden im klassischen Ziegelformat produziert, denn es gilt hier: Je mehr Material eingesetzt wird, desto mehr CO2 kann gebunden werden und umso größer ist der Beitrag zu einer besseren Umwelt. Dieses ambitionierte Vorhaben zeigt, wonach Vandersanden strebt und wie ernst es dem Unternehmen ist, den neue Standards zu setzen mit dem klaren Anspruch bis 2050 ein CO2-neutrales Unternehmen zu sein.

 

Von Barbara Jahn

Alle Bilder: © Vandersanden

www.vandersanden.com

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